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25.03.2026

Sauberkeit, Pünktlichkeit und neue Triebwagen

19.03.2026

Bahnhalt Osnabrück-Rosenplatz: Pannenchronik des Stations-Neubaus

13.03.2026

Schon wieder später: Bahnhalt Rosenplatz in Osnabrück wird erst im Frühjahr 2027 fertig

28.02.2026

Der Haller Willem hat ein Problem - Schuldzuweisungen helfen nicht

27.02.2026

Verlässlichkeit fehlt: Jeder vierte Haller-Willem-Zug kommt zu spät

02.02.2026

Auch bei Eis und Schnee für Bahnhalt Rosenplatz - Initiativen sprachen mit PlaNOS über OS-Bahn-Projekte

 

 

 

 


25.03.2026
Bericht:
IHW


Sauberkeit, Pünktlichkeit und neue Triebwagen

Bahnhofspaten sprachen über Haller-Willem-Betrieb

Für eine abgestimmte Zusammenlegung von Instandhaltungsarbeiten zwischen der Deutschen Bahn (DB InfraGO) und der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) an der Haller-Willem-Strecke sprachen sich die Bahnhofspaten beim Treffen mit dem Prokuristen der VLO, Jürgen Werner, aus. Dadurch könne die Zahl der für die Fahrgäste ungünstigen Ersatzverkehre per Bus verringert werden.

Während die VLO für den Abschnitt Osnabrück-Dissen verantwortlich ist, ist es die DB InfraGO für Dissen-Bielefeld. Für die Nutzung der Trassen werden von dem Nutzer NordWestBahn Trassengebühren an die VLO bzw. DB InfraGO gezahlt, derzeit rund 8 Euro für jeden gefahrenen Kilometer. „Die über 3 Mio. Euro, die an die DB InfraGO jährlich gezahlt werden, dürfen nicht im Wasserkopf der DB AG verschwinden, sondern müssen in die Strecke gesteckt werden“, fordern die Bahnhofspaten.

Schließlich seien Probleme bei Bahnübergängen und Weichen häufig Ursache für Verspätungen. Bei 6 Minuten Toleranz seien aktuell nur 77 % der Züge pünktlich. Die Zuverlässigkeit, dass die Züge fahren, liege bei 94 %. Die von der VLO angebotene Kooperation bei den zweijährlichen Schotter-Stopfgängen sei von der DB bisher nicht angenommen worden, berichtete Werner. Wenn die DB weiterhin ihrer Unterhaltspflicht nur zögerlich nachkomme, ist es nach Ansicht der Bahnhofspaten besser, auch den Abschnitt Dissen-Bielefeld in die Hände der VLO zu übergeben. Dann könnten die Streckenunterhaltung aus einer Hand geschehen und auch die seit Jahren bestehenden Langsamfahrstrecken beseitigt werden.

Schließlich seien Probleme bei Bahnübergängen und Weichen auf Seiten der DB InfraGO häufig Ursache für Verspätungen. Bei 6 Minuten Toleranz seien aktuell nur 77 % der Züge pünktlich. Die Zuverlässigkeit, dass die Züge fahren, liege bei 94 %. Die von der VLO angebotene Kooperation bei den zweijährlichen Schotter-Stopfgängen sei von der DB InfraGO bisher nicht angenommen worden, berichtete Werner. Wenn diese weiterhin ihrer Unterhaltspflicht nur zögerlich nachkomme, ist es nach Ansicht der Bahnhofspaten besser, auch den Abschnitt Dissen-Bielefeld in die Hände der VLO zu übergeben. Dann könnten die Streckenunterhaltung aus einer Hand geschehen und die seit Jahren bestehenden Langsamfahrstellen beseitigt werden.

Zumindest den Abschnitt Dissen-Westbarthausen will die VLO übernehmen, um dort mit einem Begegnungsabschnitt die Voraussetzungen für den Halbstundentakt zu schaffen. „Mit Unterstützung der Stadt Borgholzhausen sind die erforderlichen Flächen erworben worden und die Planungen für den Kreuzungsbahnhof Westbarthausen befinden sich auf der Zielgeraden“, berichtete Werner. Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien seien dabei, die DB AG zur Kooperation zu bewegen. Ziel sei der Start des Halbstundentaktes bis 2030.

Dann sollen die neuen batterieelektrischen Triebwagen von Siemens-Mireo auf der Strecke fahren. Auch die Laufzeit des neuen Verkehrsvertrages zwischen dem Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern LNVG (Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen) und NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) für die nächsten 15 Jahre soll dann beginnen. In wenigen Wochen ist die Entscheidung zu erwarten, ob auf Grundlage der Angebote die Nordwestbahn erneut den Zuschlag erhält.

Positiv bewerten die Bahnhofspaten die Sauberkeit an den Haltepunkten der VLO. „Wenn ich 5.41 Uhr in Sutthausen einsteige, um zur Arbeit nach Bielefeld zu fahren, ist der Schnee schon geräumt“, so Hartmut Grunwald. Als es im Mai ein Graffiti gegeben habe, sei dieses abends schon beseitigt gewesen, lobte der Bahnhofspate. Allerdings forderte Ernst Haase für Dissen einen Kombi-Abfallbehälter für den zweiten Wartestand, da immer noch viele Kippen auf den Boden geworfen würden. Dazu hat sich die Initiative Haller Willem (IHW) an die dafür zuständige DB Station & Service Bielefeld gewandt. Für Oesede berichtete Peter Schmechel, lediglich bei größeren Festen komme es zu übervollen Müllbehältern und Verunreinigungen auf dem Bahnsteig. Nach Einführung des Deutschland-Tickets nehme er zudem eine Steigerung der Fahrgastzahlen wahr.

Für Hilter wies Britta Bölter auf den Bahnsteig überrankenden Bewuchs vom benachbarten Grundstück und auf kein schönes Gesamtbild aufgrund des leerstehenden Nachbargebäudes hin. Die IHW hat die Gemeinde Hilter um Mithilfe bei der Klärung mit dem Eigentümer gebeten. Über Kritik aus Wellendorf wegen des Lärms bei der Querung des Bahnübergangs durch den Straßenverkehr berichtete Daniel Pilgrim. Jürgen Werner sicherte zu, seitens der VLO Abfräsarbeiten der Deckschicht zu beauftragen, um bestehende geringfügige Höhenunterschiede zwischen dem Straßenbelag und den Gleistragplatten zu beseitigen. Hauptursache des Lärms sei aber, dass vom Großteil der Pkw und Lkw die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h nicht eingehalten werde. Die IHW hat deshalb den Landkreis gebeten, auch mit „Blitzern“ für Abhilfe zu sorgen.

Mit defekten Bahnhofsuhren, worüber Johannes Bartelt für Kloster Oesede berichtete, soll es bald vorbei sein. Werner kündigte an, die Uhrzeit werde bald auf den DFI-Anzeigern auf den Bahnsteigen, die die Zeiten der ankommenden Züge ankündigen, angezeigt. Die Installation von Videokameras auf den Bahnsteigen hätte sich bewährt: Vandalismus gebe es nicht mehr, sogar eine Straftat sei damit aufgeklärt worden.

Für 2026 stehen laut Werner Reparaturen an Bahnsteigbefestigungen sowie die Sanierung von einigen Bahnübergangsbefestigungen an. Voraussichtlich ab 2027 werde es vereinzelt Einschränkungen im Bahnverkehr wegen der Erneuerung der B 51-Talbrücke in Oesede geben.

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19.03.2026
Bericht:
NOZ


Bahnhalt Osnabrück-Rosenplatz: Pannenchronik des Stations-Neubaus

Der neue Bahnhalt am Rosenplatz in Osnabrück sollte ursprünglich schon vor fast zehn Jahren in Betrieb gehen. Doch immer neue Schwierigkeiten bei Planung und Bau verzögerten das Vorhaben. Chronologie der Ereignisse.

Im Mai 2015 setzt die Landesregierung den Bahnhalt am Rosenplatz auf eine Prioritätenliste. Die Station soll auf der Südseite des Bahndamms zwischen Sutthauser Straße und Iburger Straße entstehen. Wirtschaftsminister Olaf Lies stellt eine Eröffnung für das Jahr 2017 in Aussicht.

Das Land verspricht zudem, 75 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen. Die Planer rechnen mit täglich rund 300 Fahrgästen.

Anfang 2019 steht fest, dass die Station nur einen Bahnsteig für den Haller Willem in Richtung Bielefeld erhält. Ein zweiter Bahnsteig für Züge nach Münster scheidet aus Kostengründen aus. Die Grünen kritisieren diese Entscheidung als „herben Rückschlag“ für den Nahverkehr in der Region. Der frühestmögliche Termin für den Baubeginn verschiebt sich derweil auf das Jahr 2022.

Mitte 2021 präsentiert das Ingenieurbüro Emch + Berger erste realitätsnahe Computerbilder der neuen Anlage. Die Entwürfe zeigen einen 116 Meter langen Bahnsteig mit Lärmschutzwänden und Aufzug. Die Planer deuten auf den Visualisierungen zudem eine rund 200 Meter lange Fußgängerbrücke an. Diese soll Fahrgäste eines Tages von der Iburger Straße entlang der Gleise direkt zum Haltepunkt führen.

Die Stadt stellt gleichzeitig ihre Ideen für das verkehrsberuhigte Bahnhofsumfeld vor. Dabei verzichtet sie bewusst auf klassische Pkw-Parkplätze und plant stattdessen Zonen für Taxis, Fahrräder sowie das schnelle Bringen mit dem Auto.

Ende 2024 gibt das Land Niedersachsen bekannt, dass sich die Kosten auf sieben Millionen Euro verdoppelt haben. Trotzdem halten die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), das Land Niedersachsen und die Stadt Osnabrück an dem Vorhaben fest. Der Baustart wird für das erste Quartal 2025 angekündigt.

Im Februar 2025 beginnen die ersten Rodungsarbeiten am Bahndamm. Im April entbrennt ein politischer Streit über die Fußweganbindung. Die angedachte Rampe wird aus finanziellen und technischen Gründen verworfen. Die Stadt stellt nach heftiger Kritik klar, dass Fahrgäste die Station auch über einen schmalen Durchgang von der Iburger Straße aus erreichen können.

Der Grund für diese beengte Zuwegung liegt lange zurück: Im Jahr 2012 verzichtete die Stadt versehentlich auf ein Vorkaufsrecht für ein wichtiges Grundstück an der Iburger Straße.

Am 7. Juli 2025 fällt der offizielle Startschuss für die Hauptbauarbeiten. Die Deutsche Bahn rammt Spundwände in den Boden, was bei Anwohnern zu massiven Beschwerden über Lärm führt. Ein Nachbar bezeichnet den Krach als „komplett irre“. Wenig später stellt sich heraus, dass die Bauarbeiter die Spundbohlen nicht bis zur geplanten Tiefe in den Untergrund treiben können.

Im November 2025 teilt die Deutsche Bahn mit, dass für die Spundwände eine neue statische Berechnung nötig ist. Dies führt zu weiteren Bauverzögerungen. Die Bahn hält zunächst jedoch noch an einer Eröffnung Ende 2026 fest.

Mitte März 2026 verschiebt die Bahn die Inbetriebnahme der Station Rosenplatz auf Mitte 2027. Als Grund nennt das Unternehmen die anhaltenden Probleme mit dem Baugrund aus dem vergangenen Sommer.

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13.03.2026
Bericht:
NOZ


Schon wieder später: Bahnhalt Rosenplatz in Osnabrück wird erst im Frühjahr 2027 fertig

Die Bahn wollte mit ihrer neuen Station Osnabrück-Rosenplatz längst weiter sein. Doch nach Schwierigkeiten bei Spundwandarbeiten verschiebt sich die Eröffnung des Haltepunkts erneut. Wie es auf der Baustelle weitergeht. Der Bau des neuen Bahnhalts Osnabrück-Rosenplatz verzögert sich weiter. Die Deutsche Bahn rechnet nach einer neuen Bauplanung damit, dass die Arbeiten an der Station erst im Frühjahr 2027 abgeschlossen sind. Danach gestaltet die Stadt das Umfeld des Bahnhofs.

Züge können erst ab Mitte 2027 halten

„Ziel ist es, dass ab Mitte 2027 an der neuen Station die Züge halten können“, teilte eine Bahnsprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mit. Grund für die Verzögerung sind Probleme bei Bauarbeiten im vergangenen Sommer.

Spundwand erreicht geplante Tiefe nicht

Im Juli 2025 führte die Bahn Rammarbeiten für eine Spundwand durch. Diese Wand stabilisiert den Bahndamm während der Bauarbeiten. Die Spundbohlen konnten jedoch nicht bis zur geplanten Tiefe in den Boden eingebracht werden. „Hierfür waren weitere Untersuchungen sowie planerische Änderungen erforderlich“, erklärte die Bahn.

Die Sperrpause im Juli nutzte die Bahn trotzdem, um alle Spundbohlen einzubauen. Danach konnten die Bauarbeiten jedoch nicht wie geplant weitergehen. Neue Berechnungen und Nacharbeiten

Eine geotechnische Untersuchung zeigte, dass neue statische Nachweise für die Tragfähigkeit nötig waren. Diese galten auch für Spundwände mit geringerer Tiefe. Durch eine Nachverdichtung konnte die Stabilität schließlich nachgewiesen werden.

Bis Ende 2025 kürzte die Bahn die Spundwände auf eine einheitliche Höhe. Im Januar und Februar folgten Schweißarbeiten. Derzeit testet die Bahn die Tragfähigkeit von Probepfählen. Die Ergebnisse entscheiden über den weiteren Bauablauf. Danach sollen die endgültigen Bauwerkspfähle hergestellt und eingebaut werden.

Wie gehen die Bauarbeiten weiter?

Anwohner hat die Bahn über weitere Bauarbeiten informiert. Zwischen Freitag, 17. April, und Montag, 20. April, sind Arbeiten im Gleisbereich geplant. Sie sollen überwiegend tagsüber stattfinden. Für Sonntag, 19. April, kündigt die Bahn einen sogenannten Stopfgang im Gleis an. Dabei wird der Schotter unter den Schwellen verdichtet. Zwischen 18 Uhr und Mitternacht kann es deshalb zeitweise lauter werden.

In den kommenden Monaten folgen weitere Arbeiten. Dazu gehören Gründungsarbeiten mit Mikropfählen, Stahlbetonarbeiten sowie Tiefbauarbeiten für Kabel und Entwässerung. Außerdem entstehen Bahnsteig und Aufzug.

Bau und Inbetriebnahme mehrfach verschoben

Ursprünglich hätte der Bahnhalt Osnabrück-Rosenplatz schon vor Jahren fertig sein sollen. Es traten jedoch immer neue Verzögerungen auf. Erst im Sommer 2025 kam es zum symbolischen ersten Spatenstich. Noch im November nannte die Bahn eine Inbetriebnahme der Station im Dezember 2026 als Ziel.

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28.02.2026
Bericht:
HK


Der Haller Willem hat ein Problem - Schuldzuweisungen helfen nicht

Der Wochenkommentar von Marc Uthmann

Ein Jahr nach der massiven Krise des heimischen Nahverkehrszuges sind viele Missstände noch nicht behoben. Das kostet die Regionalbahn Vertrauen und Passagiere. Ein Lehrstück für die Lage des ÖPNV.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich an dieser Stelle über den heimischen Nahverkehrszug Haller Willem - also die Regionalbahn RB 75 - geschrieben habe. „Eine Bankrotterklärung für den ÖPNV“ habe ich damals markig getitelt. Naheliegende Frage: Hat sich seither bei einem der wichtigsten Verkehrsmittel der Region etwas verbessert?

Mein Kollege Uwe Pollmeier hat dazu recherchiert. Und auch wenn die massive Krise mit ausfallenden Verbindungen aufgrund beschädigter Züge überstanden scheint, so sind viele Menschen weiterhin unzufrieden mit dem Angebot der Bahn. Pressesprecher Steffen Högemann räumt angesichts von 77 Prozent Pünktlichkeit selbst ein, dass der Haller Willem „sehr anfällig für Verspätungen“ sei.

Das deckt sich nach HK-Recherchen mit den Erfahrungen vieler Berufspendler, die sich auf die Verbindung nicht mehr verlassen können und wollen. Wenn nie planbar ist, ob mich der Zug zeitnah nach der Arbeit nach Hause bringt, dann benutze ich ihn nicht mehr. Und steige auf das Auto um. Frappierend ist allerdings, dass der Haller Willem im Qualitätsmonitor des NRW-Nahverkehrs, den der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) erhebt, trotz besagter „erheblicher Anfälligkeit“ auf Platz 36 von 96 Verbindungen rangiert - im oberen Mittelfeld also. Man ist also nicht zufrieden, aber andere sind noch schlechter: Das wiederum ist sicherlich keine Diagnose, die Aufbruchstimmung erzeugt. Für alle, die mal wieder am Bahnsteig warten, sei übrigens vermerkt: Als unpünktlich gilt ein Zug per Definition ohnehin erst, wenn er mehr als sechs Minuten zu spät kommt. Man ist also mit wenig zufrieden. All das klingt jetzt wieder nach „Bahn-Bashing“ - das ist ohnehin angesagt, und man kann damit landauf, landab punkten.

Aber damit Sie jetzt nicht denken, dass ich hier nur billig auf einen - Achtung, Wortspiel - Zug aufspringen will, folgt an dieser Stelle ein flammendes Plädoyer: Wer in Borgholzhausen, Halle oder Steinhagen wohnt, der darf sich glücklich schätzen. Man kann direkt vor der eigenen Haustür in einen Nahverkehrszug einsteigen, der die beiden Oberzentren Bielefeld und Osnabrück direkt verbindet. Drei der Kleinstädte des Altkreises Halle sind also direkt an das Bahnnetz angebunden.

Regionalbahn ist Standortfaktor für den Altkreis Halle

Was würde ich mich als Versmolder freuen, wenn auf unseren Gleisen nicht nur Güterzüge durchbrettern würden. Aber ob man an meinem örtlichen Bahnhof je wieder regelmäßig in einen Zug einsteigen kann, steht derzeit mehr denn je in den Sternen. Vor diesem Hintergrund sollte uns allen bewusst sein, was für ein wertvoller Standortfaktor die Regionalbahn 75 ist, dass der Haller Willem ein Markenzeichen für die Region bedeutet. Umso wichtiger wäre es allerdings, wenn er die gewiss nicht überzogenen Qualitätsansprüche auch erfüllen könnte. Und zwar im Alltag. Nicht falsch verstehen: Kommunen, Verkehrsverbünde, Initiativen und auch die beteiligten Unternehmen haben das Zukunftspotenzial lange erkannt und wollen die Verbindung immer weiter entwickeln - unter anderem mit dem Halbstundentakt auf der gesamten Strecke.

Aber wie kann ein Verkehrsmittel, das für eine klimafreundliche Zukunft und hohen Komfort stehen soll, bei den Menschen punkten, wenn jeder vierte Zug zu spät kommt? Zumal eine Einzelfahrt von Halle nach Bielefeld auch immerhin mindestens 5,48 Euro kostet und nach Osnabrück elf Euro fällig sind. Wobei Pendler natürlich mit dem richtigen Ticket sparen können. Dennoch: Auch daran muss sich das Angebot messen lassen.

Gegenseitiges Beschuldigen hilft Debatte um Haller Willem nicht weiter

In der aktuellen Debatte gibt es die erwartbaren - wenig fruchtbaren - Reflexe: Die Nordwestbahn beklagt eine veraltete, anfällige Infrastruktur als Ursache für die Verspätungen. Heißt: Die Deutsche Bahn als Netzbetreiberin ist schuld. Letztere gibt sich bei der Erklärung von Problemen wie jüngst an den Haller Bahnübergängen meist wortkarg bis nichtssagend. In einem Nebensatz räumt die Nordwestbahn indes auch ein, dass die „Fahrzeuglage“ weiter angespannt sei. Die Krise mit den beschädigten und zur Reparatur eingesandten Zügen scheint also auch ein Jahr nach ihrem Auftreten noch nicht nachhaltig überwunden. Auch die Nordwestbahn versucht also offenbar verzweifelt, mit knappen Kapazitäten und unter wirtschaftlichen Zwängen irgendwie einen halbwegs regulären Fahrplan aufrechtzuerhalten. Auch wenn der Personalmangel aktuell gelindert scheint, leidet das Unternehmen weiter unter dem maroden Netz, fehlenden Kapazitäten für die Reparatur ihrer Züge - und letztlich dem zunehmenden Unmut ihrer Passagiere.

Im Kleinen gilt also auch im Nahverkehr, was im Großen für die ständig angezählte Deutsche Bahn zu konstatieren ist: Es fehlt an Geld im System und an einer ausreichenden Lobby. So wird sich die Dominanz des Autos nicht brechen lassen.


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27.02.2026
Bericht:
HK


Verlässlichkeit fehlt: Jeder vierte Haller-Willem-Zug kommt zu spät

Halle ist dank des Bahnhofs sehr gut an den Schienenverkehr zwischen den Großstädten Osnabrück und Bielefeld angebunden. Dennoch schrecken viele vor der Nutzung des Zuges zurück. Es fehlt an Zuverlässigkeit.

Halle. Wer entspannt in den Arbeitstag starten möchte, sollte wohl das Homeoffice wählen. Schließlich bietet der Weg zur Arbeit – egal mit welchem Verkehrsmittel – viel Raum für Stress, Aufregung und Verzweiflung. Auf dem Fahrrad nehmen einem Autofahrer oft die Vorfahrt, und man wird nass oder friert. Im Auto steht man im Stau oder schleicht einem Traktor hinterher. Bliebe die Bahn, schließlich fährt der Haller Willem (RB 75) stündlich nach Osnabrück und halbstündlich nach Bielefeld.

„Wenn man feste Termine hat, sollte man darauf lieber nicht vertrauen“, sagt jedoch ein Haller, der regelmäßig mit der Bahn pendelt. Man könne sich nicht darauf verlassen, dass ein Zug wirklich kommt oder dass dieser auch wie vereinbart das Ziel erreicht. „Plötzlich bleibt der irgendwo stehen, und das Nervige ist dann, dass man oft gar nicht erfährt, warum das so ist“, ärgert sich der Bahnnutzer, der aufgrund einer Sehbehinderung nicht selbst Auto fahren kann und somit umso mehr auf die Bahn angewiesen ist.

Persönliches Pech oder einfach einen schlechten Tag gehabt? Offenbar nicht, denn ähnliche Äußerungen hört man von Fahrgästen häufig, und selbst der Pressesprecher der Nordwestbahn gibt zu, dass nicht alles rund läuft. „Mit durchschnittlich 77 Prozent Pünktlichkeit in 2025 ist der Haller Willem sehr anfällig für Verspätungen“, bestätigt Steffen Högemann.

Wer es pünktlich liebt, sollte von Halle nach Unna umziehen

Der Pressesprecher weist auf den Qualitätsmonitor des NWL hin, in dem die Züge im nordrhein-westfälischen Nahverkehr mit Blick auf Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit – die laut Definition übrigens erst ab Minute sechs gilt – gelistet sind. Bis zu sechs Minuten Verspätung gelten noch als pünktlich. Der Haller Willem belegt unter den 96 Zügen den 36. Platz und befindet sich somit im gehobenen Mittelfeld. Immerhin erreicht er bei der Zuverlässigkeit, die darüber Auskunft gibt, ob ein Zug zur angegebenen Zeit überhaupt kommt und fährt, einen Wert von 94,4 Prozent.

Spitzenreiter in Sachen Pünktlichkeit ist übrigens die S4 (Dortmund–Unna) mit 98,5 Prozent. Top in Sachen Zuverlässigkeit ist die RB 92 (Finnentrop–Olpe) mit 99,7 Prozent. In der Gesamtwertung liegt die RE 78 (Bielefeld–Minden–Nienburg) vorn. Alle Ergebnisse sind einsehbar unter www.nwl-info.de/kompetenzen/qualitaet-sicherheit/spnv-qualitaetsmonitor-nrw.html

Für Högemann liegen die Gründe für die häufige Unpünktlichkeit des Haller Willem auf der Hand. „Dies ist bedingt durch die Infrastruktur. Sie ist fast ausschließlich für die Verspätungen verantwortlich“, sagt der Pressesprecher. Diese sei überholt und veraltet. Zudem sei die Fahrzeuglage weiterhin angespannt und führe in Einzelfällen auch zu Einschränkungen auf der Strecke.

„Regelmäßige Ausbildungskurse und ein aktives Bewerben offener Stellen, zum Beispiel durch Bewerbertage, sorgen für ein stabiles Team bei der Nordwestbahn. Einschränkungen durch Personalengpässe gibt es entsprechend nur äußerst selten“, erklärt Högemann weiter.

Zuletzt war es auch verstärkt zu Bahnübergangsstörungen gekommen. Insbesondere an den Übergängen Kreisstraße in Künsebeck und Neulehenstraße in Gartnisch sind am Freitag, 6. Februar, die Schranken nicht wieder hochgegangen und haben somit einen Stau verursacht. Der Fehler ist, so versicherte die Deutsche Bahn, mittlerweile behoben.

Ulrike Nikel hat am Haller Bahnhof alle Verspätungen im Blick

Mit dem Frust der Bahnfahrer direkt konfrontiert ist Ulrike Nikel, Leiterin der DB-Agentur im Haller Bahnhof. „In den vergangenen Tagen gab es einige Störungen. Viele waren witterungsbedingt, hinzu kamen Stellwerkstörungen oder Personen im Gleis“, sagt Nikel. „Wenn eine Weiche eingefroren ist, kann man nichts machen“, bittet sie um Verständnis. Sie habe ebenso registriert, dass die Verspätungen weitaus häufiger vorkommen als komplette Zugausfälle.

„Um aber bei Verspätungen wieder in den normalen Takt zu kommen, werden manchmal die Zwischentakte gestrichen“, sagt Nikel. Mit anderen Worten: Die Züge in Richtung Bielefeld fahren nur noch im Stundentakt. „Heute habe ich aber bisher überhaupt keine Verspätungen hier stehen“, sagt Nikel beim Blick auf ihren Monitor. Es geht also auch anders – nur leider aus Sicht vieler Pendler zu selten.

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02.02.2026
Bericht:
IHW


Auch bei Eis und Schnee für Bahnhalt Rosenplatz - Initiativen sprachen mit PlaNOS über OS-Bahn-Projekte

Osnabrück – Auch bei Eis und Schnee wurde von der Firma Fischer aus Hildesheim an der Fertigstellung des Bahnhaltes am Rosenplatz gearbeitet. Damit wächst bei der Initiative Haller Willem (IHW) die Zuversicht, dass zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember nach mehreren Verzögerungen die Züge von und nach Bielefeld hier halten können. Über die konkreten Planungen aller OS-Bahn-Projekte sprach sie mit der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS).

Für Ende Januar sei ein aktualisierter Bauablaufplan für den Bahnhalt Rosenplan seitens der Deutschen Bahn (DB) zugesagt worden, erfuhren die IHW-Mitglieder von PlaNOS-Mitarbeiter Gerd Stolle. Auf dieser Basis könnten die städtischen Maßnahmen zur Gestaltung des Bahnhofsumfeldes angepasst werden. Zur Reaktivierung der Bahnhalte Vehrte und Belm-Mitte ist in diesem Jahr der Abschluss der Entwurfsplanung zu erwarten. Sperrpausen für die Bauarbeiten sind für 2029 angemeldet worden. Die Initiativen drängen auf die Errichtung eines Bürgerradweges zwischen Haaren und Vehrte, wofür der Fahrradclub ADFC bereits Unterstützung signalisiert hat.

Hinsichtlich der Einfädelung der in Vorbereitung befindlichen Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn in die Bahntrasse Eversburg–Hauptbahnhof sei ein drittes Gleis nicht erforderlich, berichtete PlaNOS-Mitarbeiter Christian Hüsing. Eine eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung durch die DB InfraGO habe aber die Notwendigkeit weiterer Weichenverbindungen im Bahnhof Eversburg aufgezeigt. Außerdem gehe es um ein neues Bahnsteiggleis im unteren Teil des Osnabrücker Hauptbahnhofes („Postbahnsteig“ am Empfangsgebäude). Alternativ werde für den Hauptbahnhof der Bau einer Wendeanlage in Verlängerung der unteren Bahnsteige geprüft. Zur Umsetzung sei seitens der Aufgabenträger Landesnahverkehrsgesellschaft Hannover (LNVG) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) eine Planungsvereinbarung mit der DB INfraGO in Vorbereitung. Ergebnisse seien bis Mitte 2027 zu erwarten.

Für den Ausbau des Weser-Ems-Netzes wird laut Hüsing ein neuer Bahnsteig an Gleis 15/16 projektiert. Ziel sei, mit den geplanten größeren Maßnahmen (z.B. Achse Bremen-Münster mit Austausch Osnabrücker Kreuzungsbauwerk) ab Anfang der 2030er Jahre auch die Kapazitätssituation zu verbessern. Damit werden aus Sicht der Initiativen die Voraussetzungen geschaffen für die Wiederinbetriebnahme des Bahnhaltes Alfhausen.

Für den Ausbau des Halbstundentaktes des Haller Willem über Bielefeld-Halle hinaus bis Osnabrück werden bereits die Vorbereitungen für die Erhöhung der Geschwindigkeit zwischen Osnabrück und Dissen auf 100 km/h getroffen. Zur Genehmigung durch die Bezirksregierung Detmold fehlt noch die Zustimmung der DB für die Verschiebung der Infrastrukturgrenze von Dissen zum zukünftigen Kreuzungsbahnhalt Westbarthausen. Ab 2029 soll auf der Strecke der batterie-elektrische Triebwagen „Mireo“ von Siemens eingesetzt werden. Ob die Nordwestbahn den neuen Auftrag für den Betrieb bis in die 40-er Jahre bekommt, soll in diesem Frühjahr entschieden werden.

Seit Fahrplanwechsel im Dezember gibt es mit Start um 4.59 Uhr eine zusätzliche Frühfahrt Richtung  Oldenburg mit Halten in Halen, Achmer, Bramsche, Hesepe, Bersenbrück und Quakenbrück. Seitens der DB gibt es noch kein Signal, vor 6.52 Uhr eine Fahrt von Osnabrück nach Berlin zu ermöglichen. An den Bemühungen gegenüber dem Land Niedersachsen um die Reaktivierung der Wittlager Kreisbahn wird festgehalten. Die Bauarbeiten für den barrierefreien Bahnhof Bohme sollen im Frühjahr 2027 beginnen.

Da das vom Land Niedersachsen zum 1.1.2026 eingeführte 'Azubi-Ticket Niedersachsen' (31,50 € als Jobticket) ein zusätzliches Angebot ist und Schüler'innen nicht berechtigt sind, dieses Ticket zu nutzen, bleibt das hiesige Azubi-&Schüler-ABO der VOS (32,70 €) erhalten.

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